Die Serie „Auf gut Schwäbisch“ erscheint seit dem 3. April 2009 täglich in den Stuttgarter Nachrichten. Aus der Serie ist auch eine Büchereihe entstanden. Die neue Ausgabe „Die Schwaben und die Welt“ ist reisenden Schwaben gewidmet. Von Jan Sellner

Das Bild von den Schwaben leidet oft unter einer gewissen Einseitigkeit. Manche halten sie für verhockt und unbeweglich. Dabei sind sie ein Gesamtkunstwerk – einerseits ortsgebunden, andererseits viel und gerne in der Welt unterwegs. Von dieser weltläufigen Seite der Schwaben – ihrem Weltbürgertum – handelt das neue „Auf gut Schwäbisch“-Buch „Die Schwaben und die Welt“. Darin enthalten ist auch ein Interview mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, einem bekennenden Mundartfreund, der Dialekte als kulturellen Reichtum und als „mobile Heimat“ würdigt, die auch in der Ferne Bestand hat.

Das zeigt sich beispielsweise im Beitrag einer Dame aus Zuffenhausen, die in dem Buch eine Begegnung in den USA schildert: „Verwandte von uns haben in Chicago Urlaub gemacht und waren zum Einkaufen in der dortigen Innenstadt. Auf dem Rückweg versuchten sie einen Bus zu erreichen, der an der Haltestelle stand. In diesem Moment schaltete die Ampel am Fußgängerüberweg auf Rot, und der Bus fuhr los. Angestrengt schauten die Verwandten hinterher, als neben ihnen jemand im schönsten Schwäbisch sagte: „Wäret se gsaut, hätt’s glangt!“ Wie sich herausstellte, stammten die Worte von einem Schwaben, der in Chicago wohnte.“

„Auf gut Schwäbisch“ erscheint seit 2009 in den Stuttgarter Nachrichten

Hervorgegangen ist das Buch aus der von Leserinnen und Lesern getragenen und gespeisten Erfolgsserie „Auf gut Schwäbisch“. Seit dem 3. April 2009 erscheint sie – ohne Unterbrechung – täglich in den Stuttgarter Nachrichten und vielen ihrer Partner­zeitungen. An diesem Mittwoch zum 3201. Mal. Thematisiert werden darin schwäbische Anekdoten und Geschichten, Begriffe und Bräuche bis hin zu schwäbischen Rezepten – garniert jeweils mit dem schwäbischen Spruch des Tages.

In den vergangenen zehn Jahren haben diese Bemühungen um die Mundart viel Anerkennung erfahren: „Auf gut Schwäbisch“ ist mit dem Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem in Stuttgart-Heslach bekannten Traugott-Armbrüstle-Preis ausgezeichnet worden. Zuletzt kam eine Würdigung durch den Verein Schwäbische Mund.art hinzu.

„Ohne ,Auf gut Schwäbisch‘ gelesen zu haben, kann i ned ens Bett!“

Anerkennung äußern auch die Leserinnen und Leser selbst. Stellvertretend sei Friedrich Mundle aus Grafenau-Döffingen zitiert, der schreibt: „Ohne ,Auf gut Schwäbisch‘ gelesen zu haben, kann i ned ens Bett!“

Das neue Buch „Die Schwaben und die Welt“ sowie die Titel „Gedichtla, Versla, Lompaliedla“ und „En dr Schul“ sind in unserem Online-Shop erhältlich: https://abo.stuttgarter-nachrichten.de/Produktwelt/Buecher/

Auf gut Schwäbisch