Berufsbegleitend studieren – eine Herausforderung, die sorgfältige Planung braucht. Denn: Ein Fernstudium neben Beruf, Familie und Freizeit bedeutet in der Regel Stress pur. Von Corina Wießler

Berufsbegleitend studieren

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„Der Umgang mit der knappen Zeit wird zum Dauerbegleiter. Daraus folgt oft ein Gefühl der Überforderung, sodass die eigentliche Lebensplanung nicht selten ins Trudeln gerät“, wissen die Studienberater des Regionalzentrums Karlsruhe der Fernuni Hagen https://www.fernuni-hagen.de/. „Wichtig ist, dass man sich immer wieder vor Augen hält, warum man sich diese Belastung antut“, lautet daher ihr Rat wenn es um das Thema berufsbegleitend Studieren geht. Und: „Mit etwas Selbstdisziplin und einem guten Zeitmanagement lässt sich ein Fernstudium meistern – ohne Einstein oder Chuck Norris zu sein.“

Überblick verschaffen:
Wichtig ist zunächst ein grober Überblick über die geforderten Seminare, Prüfungen, Lernmodule und Präsenzveranstaltungen. Welches Pensum sich davon pro Semester in den Alltag integrieren lässt, ohne sich unter Zeitdruck zu setzen, muss der Studierende individuell festlegen.

Zeitplan aufstellen:
Er ist eine Art Kontrolle und formuliert kleine Ziele, an die man sich halten sollte. Bei der Erstellung eines Zeitplans sind drei Dinge zu berücksichtigen: die (für den Kurs notwendigen) Vorkenntnisse, der (Seiten-)Umfang der Studienhefte sowie die von der Fernuni angesetzten Semesterwochenstunden. Ein Zeitplan beginnt am besten schon vor dem offiziellen Semesterbeginn. In der Regel hat man zwischen den Prüfungen und dem neuen Semester noch etwas Zeit, um sich auf die Module und Kurse vorzubereiten beziehungsweise sich Basiswissen anzueignen.

„Das wird schon“-Haltung ist trügerisch

Rechtzeitiger Lern-Start:
Der zeitliche Aufwand zum Lernen wird oft unterschätzt. Gerade zu Beginn eines Semesters schleicht sich gerne mal eine „Das wird schon“-Haltung ein, die jedoch trügerisch ist. Zudem weiß man nie, welche „Zeiträuber“ während des Semesters auftreten, die einen vom Lernen abhalten könnten. Rechtzeitig mit dem Durcharbeiten der Studienhefte anzufangen, gibt ein gutes Gefühl, sorgt für entspannteres Lernen und verschafft Zeitpolster.

Lern-Ende früh setzen:
Im besten Fall richtet man den Zeitplan so aus, dass man schon früher mit dem Lernen fertig ist und noch ausreichend Zeit hat, den Stoff zu wiederholen, schwierige Sachverhalte nachzuschlagen, Übungsaufgaben/Klausuren zu bearbeiten und sich gründlich auf die Prüfung vorzubereiten.

Zeiträuber enttarnen:
Ablenkungen wie lange Hin- und Rückwege, die Hausarbeit, der Sport, Facebook machen oft die guten Vorsätze zunichte. Wenn ausreichend Zeit da ist, das „Dschungelcamp“ zu gucken, dann sollte es doch wohl auch möglich sein zu lernen.

Berufsbegleitend studieren: Platz für Unvorhergesehenes einplanen

Puffer einbauen:
Unerwartete Ereignisse, Stressphasen im Job, familiäre Verpflichtungen und Krankheiten können dem sauber kalkulierten Zeitplan schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Daher sollte man immer Platz für Unvorhergesehenes einplanen.

Pause-Taste drücken:
Wenn man lernt und hat irgendwann das Gefühl, der Kopf raucht, ist es Zeit für eine Pause. Am besten nimmt man alle halbe Stunde fünf Minuten Auszeit. Dann sollte man etwas trinken und den Raum verlassen und etwas anderes tun. Ab einer Lerndauer von eineinhalb Stunden ist eine Pause von 15 bis 20 Minuten angebracht. Ab drei Stunden Lernen kann sie etwas länger ausfallen, sollte jedoch eineinhalb Stunden nicht übersteigen. Sonst riskiert man, den Anschluss zu verlieren und sich nicht mehr zum Lernen aufraffen zu können.

Am Ball bleiben:
Wer über längere Zeit erfolgreich sein will, sollte lernen, mit Niederlagen umgehen zu können, Fehler zu erkennen und auch mit Würde zu scheitern. Oftmals sind die selbst gesteckten Ziele einfach zu hoch, sodass die Erwartungen an sich selbst unerfüllbar sind. Man kann nicht mehr, als sein Bestes geben. Nur, weil man nicht die vorgenommenen Ziele erreicht, heißt es nicht, dass man gescheitert ist oder das Studium keinen Sinn mehr macht. Unbedingt am Ball bleiben und in kleinen Stepps stetig Fortschritte machen.