Der Trend zur Bankfiliale in der Westentasche, Mobile Banking, nimmt weiter zu. Wer Online-Banking auf seinem Smartphone oder Tablet nutzt, setzt dabei meistens auf die App seiner Bank oder Sparkasse. Von Thomas Spengler

Mobile Banking

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„Kontaktlose Kartenzahlungen sind bequem und hygienisch. Deshalb bauen wir unsere mobilen Bezahllösungen weiter aus und bieten unseren Kunden nach Google Pay und Apple Pay jetzt auch den Einkauf per Garmin- oder Fitbit-Uhr an“, so Mario Peric, Bereichsvorstand Privat- und Unternehmerkunden der Commerzbank Süd und West.

Wie eine Studie der Commerzbank aufzeigt, gab ein Fünftel der Befragten an, inzwischen häufiger Online-Banking zu nutzen. „Bis Ende September haben wir in unseren Filialen in Baden-Württemberg rund 20 000 neue Anmeldungen für das Online-Banking registriert“, sagt Peric. Wenn man aber genau hinschaue, stagniere die Nutzung von stationärem Online-Banking bei 50 Prozent. Das liegt nach seiner Einschätzung an der veränderten Gerätenutzung. „Das Smartphone verdrängt immer mehr den stationären Computer“, sagt Peric. Aktuell macht die Mobile-Banking-Nutzung bundesweit 37 Prozent aus. 2019 waren dies noch 25 Prozent.

Damit hat sich Mobile Banking laut Michael Koch, Leiter Online- und Mobile Banking bei der Deutschen Bank, zu einem immer wichtigeren Zugangskanal im Privatkundengeschäft entwickelt. „Im Durchschnitt nutzen mittlerweile rund eine Million Kunden pro Tag alleine die DB Mobile App“, sagt er mit Blick auf Deutsche-Bank-Kunden. Diese Nutzungsrate wachse seit Jahren kontinuierlich. Über die vergangenen zwölf Monate alleine gab es einen Schub von rund 20 Prozent. „Am meisten wächst in Zeiten von Corona der mobile Handel mit Wertpapieren. Mehr als ein Drittel aller Online-Trades werden inzwischen über die DB Mobile App abwickelt“, so Koch.

Die mit Abstand am meisten besuchte Filiale ist die Internetfiliale

Auch der Kundenanteil der 51 baden-württembergischen Sparkassen, die mittels Computer, Tablet oder Smartphone auf ihr Konto zugreifen, hat sich inzwischen auf rund 60 Prozent erhöht. Bei den Firmenkunden sind es 80 Prozent. „Dies spüren wir deutlich an der Kundenfrequenz in den Filialen“, sagt der Geschäftsführer des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Joachim Herrmann. Die mit Abstand am meisten besuchte Filiale ist demnach die Internetfiliale. „Inzwischen haben viele Kunden ihre eigene kleine Filiale mittels Smartphone in der Hosentasche“, so Herrmann.

„Wir werden aber weiterhin stark in der Fläche präsent bleiben und uns nicht nur auf die großen Städte konzentrieren“, sagt der Geschäftsführer. Ende 2019 betrieben die Sparkassen in Baden-Württemberg 1967 Geschäftsstellen – 51 weniger als Ende 2018. Gleichzeitig investieren die Sparkassen weiterhin stark in die Digitalisierung. Nimmt man allein die Situation der anhaltenden Niedrigzinsen, wird das Thema Beratung laut Roman Glaser immer wichtiger.

„In der kompetenten und vertrauensvollen Beratung liegt die Stärke unserer Banken, die traditionell sehr nahe an den Menschen und mittelständischen Unternehmen sind“, verdeutlicht der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Hierzu würden die Volks- und Raiffeisenbanken ihr Angebot immer weiter ausbauen und verbessern.

Digitale Angebote wie Mobile Banking als Ergänzung zur individuellen Beratung

„Daneben erweitern sie stetig die digitalen Zugangswege zur Bank wie das Online-Banking sowie die VR-BankingApp“, sagt Glaser. So wird es künftig möglich sein, dass die Kunden auch bei Beratungsthemen wie Geldanlage, Altersvorsorge und Baufinanzierung verstärkt über die digitalen Kanäle mit ihrer Bank kommunizieren und Geschäfte machen können. „Dabei entscheidet immer der Kunde, welchen Kanal er für welchen Vorgang nutzen möchte: persönlich, digital oder persönlich-digital“, erläutert Glaser – sozusagen das Beste aus zwei Welten.

Auch bei einem privaten Institut wie der Bethmann Bank entscheidet der Kunde, auf welche Weise er mit seinem Berater kommunizieren will – telefonisch, per Videoschalte oder im persönlichen Gespräch. „Wir können dem Kunden alle Varianten bieten“, sagt Markus Heilig, Stuttgarter Niederlassungsleiter des Instituts. Voraussetzung dafür war, dass die Muttergesellschaft der Bethmann Bank, die ABN Amro, frühzeitig damit begonnen hatte, in die Digitalisierung ihrer Tochtergesellschaften im Private Banking zu investieren – in den letzten drei Jahren in der Größenordnung von ungefähr 200 Millionen Euro. Das zahle sich jetzt aus, sagt Heilig auch mit Blick auf die Corona-Krise, während sämtliche Mitarbeiter gesichert von zu Hause aus arbeiten können. Digitale Angebote versteht die Bethmann Bank dabei als Ergänzung zur individuellen Beratung. Heilig nennt in diesem Kontext die sichere und transparente Archivierung von Portfolio­berichten, Kontoauszügen und Wertpapierabrechnungen.

Auch die Nutzung des bankeigenen digitalen Portals sowie die elektronische Postbox sind längst zu Standards geworden. „Auf diese Weise kombinieren wir unsere persönliche Kundenbetreuung mit digitalen Angeboten auf sinnvolle Weise“, erläutert Heilig.

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