Sich über Berufe informieren, Firmen kennenlernen und Kontakte knüpfen – das alles können Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern bei der neuen FirstJob Ausbildungsmesse der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten am 18. und 19. Oktober in den Wagenhallen. Wie sich Jugendliche auf die Messe vorbereiten und wie Eltern, Lehrer und Experten bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützen können, weiß Susanne Koch, Chefin der Stuttgarter Agentur für Arbeit.

FirstJob Ausbildungsmesse

Foto: FirstJob Ausbildungsmesse

Frau Dr. Koch, warum lohnt es sich, die FirstJob Ausbildungsmesse zu besuchen?
Weil es uns, gemeinsam mit den Partnern, gelungen ist, ein weitgefächertes Angebot zu schaffen, dass alle anspricht. Schüler, Eltern, Lehrer, auch die Arbeitgeber, die sich bei der Messe präsentieren. Wer in die Wagenhallen kommt, wird an zwei Tagen rund um das Thema Ausbildung in all seinen Facetten informiert.

Können Sie Beispiele nennen?
In verschiedenen Vorträgen bei den Arbeitgebern können sich junge Menschen informieren, was sie erwartet. In dem Zusammenhang ist mir der Hinweis auf die sogenannten Speeddatings wichtig, wo Schüler die konkrete Bewerbungssituation kennenlernen und direkt Kontakte zu Unternehmen knüpfen können. Aus meiner Sicht ein echtes Top-Angebot. Außerdem haben wir eine Berufsberaterin aus unserem Hause bei der FirstJob Ausbildungsmesse dabei, die Eltern darlegen kann, wie sie ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können.

Und die Lehrer?
Sie kommen, wie gesagt, ebenfalls nicht zu kurz. Auch hier gibt es eine Beratung zu der Frage, welche Rolle sie im Prozess der Ausbildungsplatzsuche übernehmen.

FirstJob Ausbildungmesse: Über den Tellerrand hinausschauen

Wie sollten sich Jugendliche auf die Messe vorbereiten?
Es lohnt sich, sich vorher einige Gedanken zu machen, was man auf der First Job-Messe anschauen, welche Stände man besuchen will. Sonst kann einen das vielfältige Angebot womöglich überfordern. Mein Tipp: nicht nur zu den Arbeitgebern und Firmen gehen, die man ohnehin kennt. Nicht nur Informationen zu Berufen einholen, die ohnehin in der engeren Wahl sind. Die Messe ist eine sehr gute Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich für etwas ganz anderes zu interessieren, was man so vielleicht nicht auf dem Zettel hatte.

Was kann das bedeuten?
Schüler sind nach wie vor sehr eng auf die Top-Ten-Berufe fokussiert, die bereits seit Jahren am beliebtesten sind. Dabei ist das Spektrum so umfangreich, es gibt mehr als 300 Ausbildungsberufe.

Warum ist die duale Ausbildung aus Ihrer Sicht ein Erfolgsmodell?
Weil es im Grunde seit langer, langer Zeit gelingt, praktische Bestandteile in den Betrieben und das theoretische Rüstzeug an Schulen gut zu kombinieren. Deutschland wird im internationalen Kontext um die duale Ausbildung beneidet. Dadurch wird bei den jungen Menschen die Basis für das weitere Berufsleben gelegt, das macht die duale Ausbildung so stark.

Vielzahl an Veränderungen durch den digitalen Wandel

Und danach?
Danach öffnen sich sehr viele Türen. Es kann in die Richtung Meister oder Techniker gehen, genauso gut in ein Studium oder in die Selbstständigkeit. Welche Richtung auch immer ein junger Mann oder eine junge Frau nach der Ausbildung einschlägt: Entscheidend ist, dass sie am Ball bleiben und sich weiterentwickeln.

Wie meinen Sie das?
Gerade in Berufen mit dualer Ausbildung steht durch den digitalen Wandel eine Vielzahl an Veränderungen an. So können bisher existente Bereiche eines Berufsbilds wegfallen und durch neue Anforderungen ersetzt werden. Nicht nur in den Handwerksberufen, sondern auch in anderen Branchen. Zum Beispiel bei einem Steuerfachangestellten, wo zunehmend automatisierte Verfahren zur Erstellung einer Steuererklärung zum Einsatz kommen.

Susanne Koch

Susanne Koch, Chefin der Stuttgarter Agentur für Arbeit. Foto: Agentur für Arbeit

Stichwort Digitalisierung: Wie könnte die duale Ausbildung der Zukunft aussehen?
Wir beobachten zwei Tendenzen: zum einen das Anreichern bestehender Ausbildungsinhalte, dabei werden die Ausbildungsordnungen kontinuierlich überarbeitet und angepasst, digitale Inhalte werden integriert. Zum anderen werden aber auch neue Berufe entwickelt, etwa der Kaufmann, die Kauffrau für E-Commerce.

Wie unterstützen Sie junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz?
Die Agentur für Arbeit bietet da ein ganz breites Portfolio. Das fängt in den Schulen an, wo wir früher als in der Vergangenheit einsteigen. Zwei Jahre vor dem Schulabschluss – in Werkrealschulen ebenso wie in Gymnasien – starten berufsorientierende Veranstaltungen. Aus den dabei entstehenden Fragen können kurze Gesprächstermine entstehen, ebenso langfristige Beratungsangebote. Unsere Mitarbeiter gehen detailliert und gezielt mit den Schülerinnen und Schülern auf ihre Vorlieben und Wünsche ein. Durch die stete Präsenz an den Schulen ist das Angebot sehr niederschwellig und soll die Hemmnisse abbauen nachzufragen. Ziel ist, die Beratung flächendeckend an allen Schulen vor Ort anzubieten.

Die Fragen stellten Reimund Abel und Dagmar Engel-Platz.

Daten und Fakten zur Ausbildungsmesse

Mehr als 40 Aussteller – Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und Behörden – sind bei der FirstJob Ausbildungsmesse am 18. und 19. Oktober jeweils von 10 bis 17 Uhr vertreten. Sie repräsentieren etwa 140 Berufe. Ein umfangreiches Rahmenprogramm verspricht Erlebnisse und Informationen rund um die Berufsorientierung. Etwa die Orientierungsrallyes. Sie sind nach den Interessengebieten IT-Berufe, kaufmännische, soziale, kreative, technische und handwerkliche Berufe sowie öffentlichrechtliche Berufe aufgebaut. Oder das Azubi-Speeddating. Dort können Schülerinnen und Schüler potenzielle Ausbildungsunternehmen kennenlernen. So ein Dialog ist eine gute Übung für ein späteres Vorstellungsgespräch. Eltern erfahren, wie sie ihren Nachwuchs bei der Berufsorientierung unterstützen können. Mehr unter www.FirstJob.stzw.info

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