Auch die dritte Ausgabe der FirstJob-Ausbildungsmesse der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten in Kooperation mit der Agentur für Arbeit war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher nutzten die Chance, potenzielle Arbeitgeber – coronakonform – vor Ort zu treffen. Wir haben die jungen Menschen begleitet. Von Petra Mostbacher-Dix

FirstJob-Ausbildungsmesse

Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mohammed Alcharif ist aufgeregt. Mercedes hat einen Stand auf der FirstJob-Ausbildungsmesse. Der 14-Jährige hat mutig die Standmitarbeiter angesprochen. Nun wird er sich bewerben. „Schon als ich klein war, habe ich mich für Autos interessiert, wollte Verkäufer werden“, schwärmt der Werkrealschüler. „Unsere Lehrer haben von der Messe erzählt. Sie ist toll. Ich bin das erste Mal hier, die Vielfalt der Berufe ist enorm.“

Auch Chrisula Tsinga, Lehrerin an der Grund- und Werkrealschule Gablenberg, ist mit ihren Zehntklässlerinnen und -klässlern in die Wagenhallen gekommen. „Sie stehen kurz vor dem Abschluss. Mir war wichtig, dass sie sich Eindrücke von Fachkräften aus dem Alltag einholen und sehen: Nicht nur in der Schule hat sich was verändert, auch in der Welt da draußen.“ Während Corona sei es für ihre Schüler schwer gewesen in Sachen Berufsberatung. „Sich online zu bewerben, das war herausfordernd. Hier können sie sich persönlich überzeugen.“

Das unterstreicht auch Malte Busato, Anzeigenleiter der Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung (STZW) GmbH. „Eineinhalb Jahre Homeschooling waren schwierig, die Perspektiven für junge Menschen unklar. Es ist toll, wieder Tausende von Schülerinnen und Schülern in den Wagenhallen zu sehen, die mit den Ausstellern Kontakte knüpfen und viele Hundert Berufe kennenlernen können.“

„Die Schülerinnen und Schüler waren auffallend motiviert und sehr interessiert“

Mit der Agentur für Arbeit sei ein perfekter Partner im Boot. Das sei man gerne, sagt Dr. Susanne Koch, Leiterin der Stuttgarter Agentur für Arbeit https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/stuttgart/startseite. Dass die Jobmesse in Präsenz stattfinden konnte und junge Menschen wieder mit Arbeitgebern und Ausbildungsplatzanbietern live in Kontakt kamen, sei essenziell. Ob an Ständen, beim Speeddating oder in Vorträgen: „Die Schülerinnen und Schüler waren auffallend motiviert und sehr interessiert. Sie nutzten die Messe für intensive Gespräche. Dabei waren die Anfragen breit gefächert und bezogen sich vielfach auf die Ausbildung, aber nicht ausschließlich. Ihre Fragen drehten sich auch um weiterführende Schulen, Praktika sowie Studienmöglichkeiten.“

„Die Attraktivität einer Präsenzmesse war deutlich spürbar angesichts der wenigen oder aus-schließlich virtuellen Alternativen der letz-ten Monate aufgrund der Pandemie“, so Koch weiter. Damit spricht sie den Ausstellerinnen und Ausstellern aus der Seele. Für Susanne Walter, Ausbildungsreferentin der Volksbank Stuttgart, bedeutet die Messe viele gute Gespräche, um künftige Auszubildende zu finden. „Virtuelle Vorstellungsgespräche sind nicht dasselbe wie persönliche.“ Das Unternehmen ist zum ersten Mal bei der FirstJob-Messe dabei.

„Sie hilft jungen Menschen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren, ihnen Berührungsängste zu nehmen.“ Viele seien in der Schule unentschlossen, was sie machen wollten. „Wir können die ganze Bandbreite unseres Berufs vorstellen. Nach dem Bankkaufmann und der Bankkauffrau gibt es so viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.“

Das Konzept der FirstJob-Ausbildungsmesse kommt sehr gut an

Das betonen auch die Mitarbeitenden des dm-Markts. „Hier können wir persönlich viele Fragen beantworten, etwa was ein Drogist oder eine Drogistin ausmacht, wie die besondere dm-Philosophie ist, wo der Mensch und nicht die Noten im Mittelpunkt stehen“, sagen Sandra Schraml, stellvertretende dm-Filialleiterin aus Uhingen, und Katharina Stohrer, Filialleiterin Zuffenhausen, übereinstimmend. Von Anfang an habe sich das Unternehmen auf der Messe präsentiert.

„Das Konzept der FirstJob spricht sehr an, Live-DJ, Umrandungen aus Paletten, lockere Atmosphäre – alles ideale Rahmenbedingungen“, so Schraml. Stohrer ergänzt, dass mancher Interessent nach der ersten Kontaktaufnahme nach ein, zwei Jahren bei dm gelandet sei. Ambrosios Koumpridis, Per­sonalreferent beim Energieunternehmen Scharr, bestätigt, dass man Jugendliche am besten vor dem Abschlussjahr erreichen sollte. „Das ist hier möglich.“

Anna Brockskothen ist auch noch nicht im Abschlussjahr. Die 15-Jährige hat sich von Leutnant Hans Faff, Karriereberater und Offizier der Luftwaffe, über die Berufe bei der Bundeswehr aufklären lassen. „Spontan“, sagt sie schmunzelnd. „Ich will wissen, was ich noch für Möglichkeiten habe, anstatt im Büro zu sitzen.“ Reizen würden sie der Sanitätsdienst, das Körperlich-Sportliche sowie die Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Der Frauenanteil in der „Männerdomäne“ wachse, meint Faff, und sei inzwischen bei 20 Prozent. Mitbringen müsse man körperliche Grundtrainierbarkeit und Interesse für ein spezifisches Thema – Medizin, Handwerk, Technik oder in anderen Bereichen.

Mehr als 100 verschiedene Ausbildungsberufe

Ein breites Spektrum an Berufen gebe es ebenfalls in seinem Haus, erklärt Stephan Urban, Ausbildungsleiter der Justizvoll-zugsanstalt Heimsheim. Er war schon mehrfach bei der FirstJob. „Wir treffen hier viele junge Leute, nehmen aber auch gerne Quereinsteiger.“ Im Justizvollzug sei kein Tag wie der andere, man arbeite mit verschiedenen Menschen zusammen.

Mehmet Batbay wiederum steht derweil am Stand des Klinikums Stuttgart. Dort lernt Laura-Marie Abel Pflegefachfrau und berichtet darüber. „Ich möchte viele junge Menschen für den Beruf motivieren, er ist vielfältig, befriedigend, man tut etwas für die Gesellschaft.“ Batbay nickt. „Das hat mich überzeugt. Hoffe, es klappt nächstes Jahr mit einer Stelle.“

„Auch unsere dritte Auflage der First-Job-Messe war ein voller Erfolg“, bilanziert Nico Bosch, Leiter Messe und Events bei der STZW. „Mit mehr als 100 verschiedenen Ausbildungsberufen konnten wir allen Besucherinnen und Besuchern einen guten Überblick verschaffen.“ Die Planungen für die Veranstaltung im nächsten Jahr begännen ab sofort.

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