Die zweite Auflage der FirstJob-Messe 2020 der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten ist vor Ort in den Wagenhallen sowie im Netz erfolgreich über die Bühne gegangen – Corona zum Trotz. Von Petra Mostbacher-Dix

FirtJob-Messe 2020

Foto: Mierendorf

„Das macht richtig Lust!“ Timo zeigt auf den Hybrid-Benziner, der vor den Stuttgarter Wagenhallen ausgestellt ist, während er dem Sicherheitsdienst an der Schranke sein Smartphone hinhält. Der scannt den QR- Code – und sofort wird der 17-jährige Timo eingelassen: zur FirstJob-Messe 2020 der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten unter Schirmherrschaft der Stuttgarter Agentur für Arbeit. Eineinhalb Stunden kann der Realschulabsolvent nun über 120 Berufe kennenlernen. Falls die vorher online gebuchten 90 Minuten nicht reichen, kann er ein neues Zeitfenster anmelden, im Internet oder spontan vor Ort.

Die Bandbreite der Möglichkeiten ist enorm. Sie beginnt im sozialen, medizinischen und pharmazeutischen Bereich, geht über Jobs in Technik und Technologie – auch im IT-Bereich – und endet noch längst nicht bei Verwaltungs- und Dienstleistungsberufen in Kommune, Land und Staat, etwa bei Polizei und an Gerichten. „Krasse Auswahl“, sagt Timo, „aber ich weiß, was ich will: einen Beruf, der mit Autos zu tun hat.“ Zielstrebig steuert er das Hybrid-Auto an und schaut es sich genau an.

Der Begriff „Hybrid“ passt auch zur zweiten Ausgabe der FirstJob: Die zweitägige Ausbildungsmesse fand in diesem Jahr – der Pandemie geschuldet – online und live statt. Sechs der fast 40 Ausstellenden aus unterschiedlichsten Branchen und Behörden präsentierten im Netz ihr Angebot, die anderen vor Ort an Ständen, mit Abstand, Maske und Desinfektionsmittel. Neben den eingangs erwähnten Zeitfenstern sorgte ein Einbahnstraßensystem dafür, dass sich der Andrang an den beiden Tagen über die Öffnungszeiten von jeweils 10 bis 16 Uhr sehr gut verteilte. „So sind die sieben Quadratmeter pro Person, wie sie die Corona- Regeln vorgeben, garantiert. Sicherheit ist oberstes Gebot“, betont Nico Bosch, Leiter Messe und Events der Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung.

„Persönlich mit einem zukünftigen Arbeitgeber zu reden, ist etwas anderes“

Mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler, Lehrende und Eltern tauchten in den Stuttgarter Wagenhallen in die Welt der Berufe ein – in Gesprächen an den Ständen, in Beratungen, Vorträgen, Orientierungs­rallyes oder Azubi-Speeddatings.  „Ausbildung bedeutet Zukunft“, sagt Oliver Nothelfer, Geschäftsführer der Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung. „Die große Nachfrage von Ausstellern und Besuchern ist ein sehr gutes Zeichen für die Wirtschaft“, zieht Nothelfer eine positive Bilanz. Es zeige, dass es weiterhin zukunftsfähige Berufe gebe, wo Fachpersonal gesucht werde. „Die Messe ist ein ausgezeichnetes Format, sich zu zeigen und Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Beruf auseinanderzusetzen.“

Und dabei DJ Cushers heißer Mucke zu lauschen, der auf der Bühne auflegte. „Tolle Stimmung“, befand Marina im Vorbeigehen. „Ich will in die Pflege, schaue mir jetzt die Angebote an – und gehe noch zu den Zahnmedizinern und Drogisten.“ Auch Robert und Emir hatten keine Bedenken zu kommen. „Das Gleiche, nur halt mit Maske“, sei es, so die Aussage der jungen Besucher. Lea und ihre Freundin Janina interessierten sich für kaufmännische Berufe. Dass die Messe auch online stattfinde, sei prima, allerdings sei live einfach besser. „Man kann besser reden, wenn sich Nachfragen ergeben!“, konstatierte Lea. Und Janina ergänzte: „Digital ist schon gut, aber es ist wichtig, wenn spontan Fragen aufkommen, dass man nachhaken kann.“

Auch ein Grund für Gabi Gielessen, Sprachmittlerin an der BBQ Bildung und Berufliche Qualifizierung gGmbH Ludwigsburg, mit ihren Schützlingen herzufahren. „Persönlich mit einem zukünftigen Arbeitgeber zu reden, ist was anderes.“ Außerdem könnten hier Schülerinnen und Schüler solche Gespräche üben. Das tat denn auch der junge Eritreer Nahom. „Ich möchte Automechaniker werden“, erklärte er begeistert. „Hier kann ich Leute und Unternehmen kennenlernen.“

FirstJob-Messe 2020: Hygiene-Konzept punktet

Das versteht Stuttgarts Arbeitsagentur-Chefin Dr. Susanne Koch. Es gebe einfach Themen, die ließen sich im virtuellen Raum nicht so gut besprechen. „Das ist eine gute Ergänzung für Informationen. Gerade beim Thema Berufswahl geht es um das Fühlen, das Schmecken, das sich gegenseitig Kennenlernen.“ Sie sei sehr froh, dass die Messe stattfinden kann. Es geistere ja immer der Begriff Generation Corona herum, so Koch. „Das sehen wir aktuell nicht. Die Chancen für Jugendliche, eine gute Ausbildung zu beginnen, sind weiterhin gut,“ Die Unternehmen suchten junge Menschen.

Auch Personaler und Mitarbeitende der vertretenen Firmen schätzten es, sich wieder präsentieren zu können. Reine Online-Messen seien damit nicht zu vergleichen, wurde auf Nachfrage gleich mehrfach bestätigt. Alle hätten während des Corona-Lockdowns festgestellt, dass der direkte Kontakt durch nichts zu ersetzen sei. Auf einer Präsenzmesse sei das sehr gut möglich. Das Hygiene-Konzept wurde gelobt – „Stimmig, man fühlt sich sicher“, war zu hören. Auch die Atmosphäre in den Wagenhallen. „Spannend, die Idee mit den Holzpaletten.“

„Die FirstJob-Messe war nach vielen Monaten die erste Präsenzmesse in Stuttgart. Das Interesse der Besucher war entsprechend groß“, so das positive Fazit von Susanne Koch. Viele kamen auch aus der Region Stuttgart. Schülerinnen und Schüler sowie Aussteller profitierten gleichermaßen davon, wieder in einen persönlichen Austausch treten zu können, und hätten die Beratungszeit intensiv genutzt. Die Qualität der Gespräche sei sehr hoch gewesen.

Mehr unter https://firstjob.stzw.info/

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