Restaurantbesuche sind ein Luxus, den sich ein Großteil der Deutschen regelmäßig gönnt: Da kommt das Magazin Kulinarische Weltreise der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten genau richtig. Darin werden Restaurants aus der Region ebenso vorgestellt wie aktuelle Food-Trends, Fototricks für Foodies, Getränkealternativen wie Fruchtsäfte und mehr. Lesen Sie heute:  Tipps, um mit Kindern auswärts zu essen.

Kulinarische Weltreise

Die „Kulinarische Weltreise“-Redaktion stellt sich folgende Situation vor: Eine Familie mit Kindern nimmt am Nebentisch Platz und schon ist es vorbei mit dem gemütlichen Essen. Es wird lauthals gequengelt, die Kinder hüpfen über die Bänke und kreischen nach Pommes oder Spätzle mit Soße. Wer dann als Nebensitzer etwas sagt, wird oft als Kinderhasser hingestellt und beschimpft. Auch immer mehr Gastronomen wollen sich nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen. Sie begeben sich aber auf sehr dünnes Eis, wenn sie ein „Kinder-Verbot“ fürs Restaurant aussprechen.

Ob ein solches „Kinder-Verbot“ in einem Restaurant als gut oder schlecht, als Zeichen eines kinderfeindlichen Deutschlands oder etwa als Diskriminierung von Familien wahrgenommen wird, hängt jedoch vom Empfinden jeder einzelnen Person ab. Doch Fakt eins ist: Oft fühlen sich Erwachsene im Restaurant vom Verhalten anwesender Kinder gestört. Fakt zwei: Es gibt Erziehende, die so tun, als ginge sie das Verhalten ihrer Sprösslinge überhaupt nichts an.

Ob diese andere Anwesende beim Essen stören, mit Schuhen über Stühle und Bänke klettern oder gar laut kreischend im Lokal Fangen spielen, gefährliche Situationen heraufbeschwören, indem sie den Servicekräften vor oder um die Füße laufen oder sonst wie den Erholungs- und Genusseffekt der weiteren Gäste stören – eine Reaktion der zuständigen Erwachsenen bleibt aus. Laisser-faire in Reinkultur. Sich dann als unbeteiligter Gast Abhilfe zu wünschen, ist mehr als legitim.

Restaurant-Besuch mit Kindern sorgfältig planen

Der Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI) empfiehlt in dem Fall folgenden Weg: Wer sich gestört fühlt, bittet den für das Restaurant
verantwortlichen Manager, den anwesenden Eltern, Großeltern oder sonstigen Begleitpersonen den Wunsch der anderen Gäste zu überbringen, bestimmte aktuelle Missstände abzustellen.

Um solche unliebsamen Situationen jedoch möglichst von Anfang an zu vermeiden, bietet es sich für Erziehende an, einen Restaurant-Besuch mit Kindern sorgfältig zu planen. Dazu gehört, deren altersgemäße Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Etwa, mit ihnen ein Gourmet- oder Sternerestaurant erst dann aufzusuchen, wenn sichergestellt ist, dass man sie mit den dort herrschenden Gepflogenheiten nicht überfordert.

Es zählt ebenfalls dazu, den Nachwuchs bereits zu Hause – und zwar langfristig – mit dem Umgang von Besteck und anderen Tischsitten vertraut zu machen. Wer erst drei Tage vor dem ersten Ausflug in die Gastronomie anfängt, das zu üben, wird es schwerlich praktizieren können. In jedem Restaurant, auch in „einfacheren Lokalen“, ist es sehr schwierig, damit umzugehen, wenn Kinder es nicht gelernt haben, sich angemessen zu verhalten. Und das nicht nur für die dort Tätigen, sondern auch für die Gäste. Deren Empfindlichkeit ist naturgegeben sehr unterschiedlich. Ab welchem Verhalten von anwesenden Kindern diese als Überempfindlichkeit zu bezeichnen ist, kann nicht bestimmt werden.

Das „Kulinarische Weltreise“-Magazin empfiehlt: Tischsitten nicht nur zu Hause üben

Grundsätzlich wäre es für alle Betroffenen gut, sich Folgendes vor Augen zu führen: wie begrüßenswert es ist, dass Familien gemeinsame Mahlzeiten einnehmen und Kinder überhaupt die Chance haben, auch außerhalb der eigenen vier Wände soziales Miteinander zu erleben sowie gute Tischsitten nicht nur zu Hause zu lernen und zu praktizieren.

Aber auch von denjenigen, die ohne Kinder essen gehen, kann ein klein wenig „Geduld und Aushalten“ erbeten werden. Damit sich solches in erträglichen Grenzen hält, ist es von Erziehenden umsichtig, auch das „Stillsitz-Potenzial“ ihrer Sprösslinge realistisch zu beurteilen. Dieses durch „Befehl“ zu verlängern, kommt einer „Dressur“ nahe. Bietet jedoch das gewünschte Restaurant weder die Option, während der Warte­zeiten draußen spielen zu können, noch eine Spielecke, empfiehlt es sich, dem Nachwuchs vor dem Restaurantbesuch die Möglichkeit zu geben, sich mit Bewegung richtig „auszupowern“. Das kann die Nerven schonen.

Auch das Mitnehmen von – stummem! – Beschäftigungsmaterial kann wohltuend sein. Betonung auf stumm, denn ein plärrendes Smartphone nervt auch. Das gilt selbst dann, wenn sich Lokale als besonders kinderfreundlich anpreisen. Auch diese sollten nicht als „rechtsfreier Raum“ betrachtet werden, in dem alle Spielregeln des rücksichtsvollen Umgangs miteinander außer Kraft gesetzt werden.

Weitere Informationen gibt es unter http://aui-umgangsformen.com/

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