Das Land stirbt aus. So hieß es jahrelang. Gefragt war das pulsierende Leben in der Stadt. Mit der Pandemie kommt nun jedoch der Natur und einem „Mehr“ an Wohnraum ein neuer Stellenwert zu. Wohnen auf dem Land ist wieder gefragt. Von Julia Alber

Wohnen auf dem Land

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Mit Corona hat die Lust zum Wohnen auf dem Land einen neuen Schub bekommen. Kurze Wege zur Arbeit, dafür beengte Wohnverhältnisse in Kauf nehmen, weil in der Stadt Wohnraum teuer ist? Diese Einschränkung muss nicht mehr sein, seit das Homeoffice in vielen Arbeitsverhältnissen Einzug gehalten hat. Wer sich wöchentlich nur ein- oder zweimal ins Büro aufmacht, hat keine Probleme damit, den Suchradius nach einem bezahlbaren Zuhause mit mehr Wohnfläche und nahe der Natur zu vergrößern.

Jüngere Paare unter 50 Jahren und Familien mit Kindern schätzen das Leben im Grünen besonders. Schon im Oktober 2020 berichtete im Rahmen einer Online-Umfrage von McMakler unter 247 Maklern des Unternehmens jeder zweite Befragte von einer steigenden Nachfrage nach Immobilien auf dem Land oder in den Randgebieten.

Als Grund für den Umzug gaben die Kunden hauptsächlich die günstigeren Quadratmeterpreise für Wohneigentum an. In gut 17 Prozent der Fälle spielte auch die Möglichkeit des Homeoffice eine Rolle.

Wohngebiet „Schnallenäcker III“ im Renninger Stadtteil Malmsheim in Planung

Um der Masse an Anfragen zu begegnen, haben viele Gemeinden ihre Baugebiete und Bauplätze im Internetportal http://www.baupilot.com aufgeführt. Die Suche dort verlangt Ausdauer, konfrontiert mit so manchem Hinweis „Reserviert“ oder „Verkauft“. Teils dauern die Bewerbungsfristen nur noch kurz an. Teils sollten die Suchenden Zeit haben.

Erst in Planung beispielsweise ist das rund acht Hektar umfassende Wohngebiet „Schnallenäcker III“ im Renninger Stadtteil Malmsheim, wo vielleicht 2023 mit den ersten Häusern zu rechnen ist. Neben der allgemeinen Infrastruktur, die stets ein wichtiges Kriterium dafür ist, wo man sich niederlassen möchte, kommt speziell in den ländlichen Gebieten der guten Internetverbindung eine wichtige Rolle zu – nur mit ihr finden Homeoffice und neues Wohnglück zusammen.

Wenn die seltenen Wege ins Büro länger werden, kann für so manchen Pendler auch der Wechsel vom Auto auf die Bahn interessant werden.

Wohnen auf dem Land: Wald und Flur direkt vor der Haustür

Penthouse, Zweizimmerwohnung oder Haus? Im S-Bahn-Nähe gelegenen „Sonnenpark Weinstadt“, einem Neubaugebiet im Westen von Weinstadt, erstellt etwa Hofmann Haus 37 Wohnungen, deren Wohnflächen zwischen ca. 55 bis 142 Quadratmeter variieren. Vier Reihenhäuser warten mit rund 158 Quadratmeter Wohnfläche auf.

„City Style trifft auf Idylle“ wirbt IW Plan Ludwigsburg für die 14, auf zwei Gebäude verteilte Wohnungen, die in Weissach-Flacht im Entstehen sind – Wald und Flur direkt vor der Haustür. Sonnenverwöhnte Weinberge zeichnen Markgröningen aus, wo Epple Immobilien 18 Eigentumswohnungen mit zwei, drei oder vier Zimmern sowie zwei Penthäuser mit knapp 141 Quadratmeter Wohnfläche bewirbt. Das Besondere daran, es handelt sich um ein Projekt in Erbbaurecht.