Bei der Ausbildungsmesse Hands up 2020 im Stuttgarter Rathaus können sich Interessierte am 14. und 15. Februar über 130 Handwerksberufe informieren. Unsere Sonderbeilage mit allen wichtigen Informationen rund um die Messe erhalten alle Leser morgen in der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Lesen Sie heute: Das Stuttgarter Handwerk im Blick. Von Brigitte Bonder

Die Mitarbeiter des Handwerks begegnen uns überall im Alltag. Ohne die Bauhandwerke gäbe es kein Dach über dem Kopf, ohne die Lebensmittelhandwerke würde das tägliche Brot fehlen, und ohne motivierte Kollegen im Gesundheitswesen stünden viele Menschen vor großen Problemen. Allein in Stuttgart meistern gut 5600 Handwerksunternehmen mit rund 2000 Auszubildenden und 52 000 Beschäftigten kleine und große Herausforderungen für ihre Kunden. Das Handwerk leidet jedoch wie viele andere Branchen unter großem Fachkräftemangel. Auch Auszubildende werden händeringend gesucht. Diesem Negativtrend will die Ausbildungsmesse Hands up 2020 entgegenwirken.

Ob Schreiner, Elektroniker oder Klavierbauer – derzeit können sich junge Leute in 130 Handwerksberufen ausbilden lassen. Die Branchen reichen von Bau, Holz, Metall und Elektronik über Bekleidung, Nahrung und Gesundheit hin zu Glas und Papier. Neben bekannten Ausbildungsberufen wie Mechatroniker, Maurer oder Augenoptiker gibt es auch ausgefallene Handwerksberufe wie Flaschner, Böttcher oder Galvaniseur. Was viele nicht wissen: Auch Kaufleute für Büromanagement zählen zu den Handwerksberufen.

„Eine Ausbildung im Handwerk ist immer eine gute Entscheidung“, betont Margit Schumacher von der Kreishandwerkerschaft Stuttgart. „Der Wirtschaftszweig bietet hervorragende Karrierechancen und tolle Entfaltungsmöglichkeiten.“ Die Aufgaben sind vielfältig, die Arbeit interessant, und oftmals gibt es große Freiräume für Individualität und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. „Die Großzahl der Arbeiten wird speziell nach Kundenwünschen individuell geplant, hergestellt, maßgeschneidert, repariert oder ausgetauscht“, erzählt Margit Schumacher. „So flexibel und kreativ wie in fast keinem anderen Wirtschaftszweig.“

Handwerksluft schnuppern bei der Hands up 2020

Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk interessiert, sollte frühzeitig ausprobieren, welche Tätigkeit ihm liegt. Einen guten Überblick gibt die Ausbildungsmesse Hands up im Stuttgarter Rathaus. „Hier können Schülerinnen und Schüler Handwerksluft schnuppern, sich über die Karrierechancen informieren und Kontakte zu Ausbildungsbetrieben knüpfen“, bringt Margit Schumacher die Vorteile der Messe auf den Punkt.

Zahlreiche Aussteller, von den Innungen und Handwerksbetrieben über die Berufsschulen hin zu weiteren beruflichen Organisationen, bieten zwei Tage lang ganz konkrete Ausbildungsberatung. Dafür bürgt die Kreishandwerkerschaft Stuttgart, ein Zusammenschluss aller 32 Handwerksinnungen mit Sitz im Stadtkreis Stuttgart.

Darüber hinaus gibt es weitere Angebote für die Schüler. „Neben dem Check der Bewerbungsmappe durch erfahrene Ausbilder beinhaltet das Messeprogramm auch das Anfertigen passender Bewerbungsbilder durch einen Profifotografen“, betont Margit Schumacher. „Eine Handwerks-Rallye und vielfältige Ausprobiermöglichkeiten an den Messeständen machen den Messebesuch zur spannenden Entdeckungstour durch die Vielfalt des Handwerks.“

Auch für Abiturienten ist eine Ausbildung sinnvoll

Von Beginn an praktisch arbeiten und Geld verdienen – eine Ausbildung im Handwerk bietet viele Chancen, die persönlichen Vorstellungen für das Berufsleben zu verwirklichen. Der stete Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule macht den Alltag spannender und vermittelt eine umfassende berufliche Grundbildung sowie alle notwendigen praktischen und theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten für den jeweiligen Beruf.

Auch für Abiturienten ist eine Ausbildung sinnvoll, denn in vielen Ausbildungsberufen gibt es eine rasante Entwicklung hin zu einem modernen Berufsbild mit sehr hohen Anforderungen. Oftmals ist die praktische Ausbildung zudem eine gute Grundlage für ein aufbauendes Studium. „Lehrlinge haben mit dem Abschluss gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, betont Margit Schumacher.  Zudem werden rund 74 Prozent aller Auszubildenden laut Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung eröffnen sich darüber hinaus interessante Aufstiegschancen. Der Gesellenbrief ist das ideale Sprungbrett auf dem Weg zum Meistertitel, der inzwischen einem Bachelor-Abschluss gleichgestellt ist und eine praktische Alternative zum eher trockenen Studium darstellt. Die Chancen auf einen qualifizierten Job sind gut, denn zahlreiche Betriebe suchen derzeit Talente für Führungspositionen. Eine spannende Perspektive ist auch die Selbstständigkeit, da in vielen Betrieben in den nächsten Jahren eine Übernahme ansteht. Generell ist die Durchlässigkeit zu anderen Bildungswegen größer geworden. So kann mit dem Meistertitel auch ohne Abitur ein Studium begonnen werden.

http://www.hands-up-stuttgart.de

Hands Up 2020
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