Die EU-Kommission hat in dieser Woche mitgeteilt, dass sie keine Einwände gegen die höhere Umweltprämie für E-Autos und Plug-in-Hybride hat. Die neue Förderrichtlinie soll noch im Februar in Kraft treten. Von Annett Boblenz

Umweltprämie für E-Autos

Es ist politisch gewollt, Käufer von E-Autos, Plug-in-Hybriden und Wasserstoffautos künftig mit bis zu 6000 Euro zu unterstützen. Weil aber die Bundesregierung diese höheren Subventionen zu spät nach Brüssel gemeldet hat, lag die neue Umweltprämie für E-Autos auf Eis. Jetzt hat die EU-Kommission mitgeteilt, dass sie keine Einwände gegen eine höhere Förderung hat. Doch erst wenn die angepasste Förderrichtlinie im „Bundesanzeiger“ veröffentlich wird, kann sie in Kraft treten.

Einige Hersteller haben zwischenzeitlich die Prämie selbst getragen. Aktuell werben Renault, Hyundai, Mitsubishi und Nissan mit der Übernahme der Prämie – oder legen sogar noch ein paar Tausender drauf. Volvo, seit 2010 im Besitz des chinesischen Autobauers Geely, setzt andere Anreize. Wer für mindestens drei Jahre ein Plug-in-Hybridmodell der Schweden least, bekommt für einen Aufpreis von 30 Euro im Monat eine Wallbox dazu.

Darin enthalten sind dann auch die Kosten für die Montage der Wallbox beim Kunden. Nach Ablauf des Leasings geht die Ladestation in das Eigentum des Leasingnehmers über. Laut Volvo summiert sich der Gegenwert dieser Aktion auf mehr als 2000 Euro.

„Volvo on call“-App kontrolliert den Autofahrer

Zusätzlich übernimmt der Hersteller ab Juni 2020 für ein Jahr lang die Stromkosten, die beim Fahren eines Plug-in-Hybriden anfallen. Abgerechnet wird nach dem durchschnittlichen Strompreis von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. Aktuell liegt dieser bei rund 30 Cent/kWh. Damit Volvo kontrollieren kann, wie oft der Fahrer sein Auto an die Steckdose hängt, muss der die „Volvo on call“-App nutzen.

Auf ihr werden sämtliche Ladevorgänge inklusive der benötigten Strommenge dokumentiert. Der Hersteller geht davon aus, dass in Deutschland bis zu 30 Prozent der Fahrten rein elektrisch durchgeführt werden können, wenn denn der Fahrer sein Auto konsequent lädt. Nicht selten wird vor allem Dienstwagennutzern eines Plug-in-Hybriden unterstellt, gerne die günstigere Firmenwagensteuer in Anspruch zu nehmen, aber überwiegend mit Verbrenner zu fahren.

Hintergrund: Wer seinen Geschäfts­wagen privat nutzt, muss jeden Monat ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Für Plug-in-Hybride gilt die sogenannte 0,5-Prozent-Steuer mit der halbierten Bemessungsgrundlage gegenüber Modellen mit Verbrennungsmotor. Allerdings auch hier nur, wenn das Auto nach WLTP mindestens 40 Kilometer weit rein elektrisch schafft oder maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

So soll die neue Umweltprämie für E-Autos aussehen

Bei Volvo entscheiden sich immer mehr Käufer für einen Plug-in-Hybriden. So wurden 2019 rund 60 Prozent mehr Plug-in-Hybride verkauft. Und die Schweden befeuern die Nachfrage, denn quasi jedes Modell gibt es auf Wunsch auch elektrifiziert. Neu im Programm ist beispielsweise der kompakte XC40 mit Steckdosenanschluss.

Er kombiniert einen 180-PS-Dreizylinder mit einer 82 PS starken E-Maschine. Die Kombi macht mächtig Dampf, lässt sich aber im Hybridmodus auch ganz entspannt fahren. Allerdings gibt es den kompakten SUV nur mit Vorderradantrieb, was bei winterlichen Straßenverhältnissen ein Nachteil sein kann.

Nach WLTP kommt er elektrisch 46 Kilometer weit, was man mit zurückhaltendem Gasfuß auch durchaus schaffen kann. Der XC40 T5 Twin Engine kostet mit einer vernünftigen Serienausstattung 49 000 Euro. Wie immer finden sich in der Preisliste viele nette Extras, die den Preis schnell in die Höhe treiben. Im September geht dann sein Bruder, der XC40 E, an den Start. Damit hat dann auch Volvo ein erstes, rein elektrisch betriebenes Modell im Angebot. https://www.volvocars.com/de/volvo/innovationen/elektromobilitaet

Konkret soll der Zuschuss bei E-Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40 000 Euro (beispielsweise für den neuen VW ID.3) von 4000 auf 6000 Euro und bei Fahrzeugen über 40 000 Euro Nettolistenpreis bis zu einer Grenze von 65 000 Euro auf 5000 Euro steigen. Bei Plug-in-Hybriden soll der Zuschuss auf 4500 Euro (Neupreis bis 40 000 Euro) respektive 3750 Euro (Neupreis über 40 000 bis 65 000 Euro) steigen. Wer schon jetzt wissen möchte, ob sein Wunschfahrzeug förderfähig ist, schaut nach auf der offiziellen Förderliste des verantwortlichen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

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