Daimler hat der aktuellen Smart-Generation ein Facelift verpasst: Der City-Flitzer fährt jetzt nur noch mit Strom. Sein Elektro-Synchronmotor hat 60 PS/41 kW und steht ab 14. Februar beim Händler. Und auch die Konkurrenz hat neue E-Fahrzeugmodelle zu bieten. Von Annett Boblenz

Neue E-Fahrzeugmodelle

Foto: Daimler

In jedem Ende liegt bekanntlich ein neuer Anfang: Daimler und der chinesische Geely-Konzern gründen ein 50:50-Joint-Venture, dass die Marke Smart voranbringen soll. ­Bereits 2022 soll das erste gemeinsame ­Baby an den Start gehen. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von einem City-SUV. Entworfen in Deutschland, produziert in China. Das soll künftig der Weg sein, den kleinen Stadtflitzer Smart endlich profitabel zu machen. Dass die Chinesen Unternehmen neuen Schwung bringen können, ist bekannt. Volvo erhielt erst unterm Dach von Geely den richtigen Schub.

Doch bevor es so weit ist, hat Daimler der aktuellen Smart-Generation noch ein Facelift verpasst. Schließlich soll sich das Modell noch eine Weile halten, auch parallel zum nächsten Smart. Die wichtigste Neuerung ist sicherlich, dass es sowohl den Zweisitzer (Fortwo) als auch den Viersitzer (Forfour) nur noch mit Elektroantrieb gibt. Ein mutiger Schritt, denn den weltweit knapp 100 000 verkauften Benzinern standen im vergangenem Jahr nur 18 400 Einheiten mit E-Antrieb gegenüber.

„Uns ist natürlich bewusst, dass wir in diesem Jahr deutlich weniger Fahrzeuge absetzen werden als 2019“, sagt Daniel Lescow, Leiter Marken- und Produktmanagement. Doch mehr Elektro-Smart als 2019 sollen in jedem Fall von den Bändern in Hambach (Frankreich) und Novo Mesto (Slowenien) vom Band laufen. Dass man 2019 nicht mehr Fahrzeuge mit E-Antrieb auf die Straßen brachte, lag vor allem an Nachschubproblemen bei den Batterien. Das aber soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen, verspricht man.

Neue E-Fahrzeugmodelle: VW e-Up oder Seat Mii electric

Bietet der E-Smart mit 133 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus zu wenig Reichweite? „Nein“, sagt Lescow. Schließlich würde ein durchschnittlicher Smart-Nutzer nur 30 bis 35 Kilometer pro Tag fahren. Das mag sein, trotzdem dürften sich nur wenige davon freimachen, ständig auf die Reichweiten-Anzeige zu schielen. Recherchen im Netz bestätigen die Vorbehalte vieler potenzieller Kunden. Wer aber mehr Reichweite wünscht, muss sich bei der Konkurrenz umschauen. Die bietet viel, nur nicht so einen sensationell kleinen Wendekreis. Auf der Straße wenden, ohne zurückzusetzen, kann nur der Fortwo.

Doch wer sind die Wettbewerber für neue E-Fahrzeugmodelle? An vorderster Stelle steht sicherlich das Drei­gestirn des Volkswagen-Konzerns. VW e-Up, Seat Mii electric und Skoda Citigo e iV schaffen in der Praxis etwa 250 Kilometer, also doppelt so weit wie die Smart. Hondas erster elektrischer Stadtfloh, einfallsreich Honda e genannt, bringt es auf dem Papier immerhin auf 210 Kilometer Reichweite. Der kostet aber stolze 33 850 Euro, allerdings mit ­hervorragender Serienausstattung.

Einzig der E.Go Life, entwickelt vom gleichen Start-up der Uni Aachen wie der Post-Lieferwagen Streetscooter, kommt auf ähnliche Reichweiten wie der Smart. Zu haben ist der spartanische Cityflitzer bereits ab 15 900 Euro. Deutlich über 300 Kilometer schaffen größere E-Autos wie Renault Zoe, Opel Corsa-e, Peugeot e-208, Nissan Leaf oder Hyundai Kona.

 „Der Smart ist jetzt smarter denn je“

Produktmanager Lescow indes will seinen Smart nicht wirklich mit Wettbewerbern vergleichen. Schließlich gelte Daimlers Premiumanspruch nicht nur für Mercedes, sondern auch für die kleinen Geschwister. „Der Smart ist jetzt smarter denn je“, sagt er und verweist auf das neue Infotainment-Konzept. Ein acht Zoll großes Touch-Display ist die Schaltzentrale des Fahrzeugs . Es können jetzt sowohl Android-Smartphones als auch iPhones gekoppelt werden. Umgekehrt lässt sich auf dem Smartphone der Fahrer die smart EQ control App laden. Damit kann der Nutzer den Status seines Smart, beispielsweise die verbliebene Reichweite, auch aus der Ferne abfragen. Mit der App lässt sich auch die Vorklimatisierung steuern, mit der sich das Auto vor der Fahrt aufheizen oder abkühlen lässt. Diese Vorklimatisierung ist wichtig, um die Reichweite optimal auszuschöpfen.

Wer mit einem neuen Smart liebäugelt, muss jedenfalls im Vergleich zum Wettbewerb tief in die Tasche greifen. Der Fortwo startet bei 21 940 Euro. Der Viertürer kostet 660 Euro mehr. Wer gern offen fährt, wählt das zweisitzige Cabrio ab 25 200 Euro. Ein wenig nette Ausstattung und ein paar hübsche Designaccessoires treiben die Preise schnell um 3000 Euro und mehr nach oben.

Eigentlich ist politisch gewollt, Käufer von E-Autos, Plug-in-Hybriden und Wasserstoffautos mit bis zu 6000 Euro zu unterstützen. Weil die Bundesregierung allerdings diese Subventionen bislang noch nicht Brüssel gemeldet hat, steht das O. K. der EU-Kommission zur Umweltprämie noch aus. Es kann also noch Monate dauern, bis sie greift. Renault, Hyundai und Nissan haben bereits angekündigt, die Prämie selbst zu übernehmen. Ob Smart nachzieht? Man wird sehen

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