Aus einer Zahnfleischentzündung kann sich eine Parodontitis entwickeln. Gute Mundhygiene beugt dieser chronischen Erkrankung vor. Von Brigitte Bonder

Viele Menschen werden nervös, wenn sich der Schaum der Zahnpasta rot verfärbt. Oftmals ist eine zu harte Bürste das Problem, häufig wird das Zahnfleisch auch durch falsche Putztechnik oder zu viel Druck verletzt. „Wenn man beim Zähneputzen nicht alles falsch gemacht hat, weist Blut immer auf eine Entzündung hin“, erklärt Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer https://www.bzaek.de/.

Bestenfalls handelt es sich dann nur um eine Zahnfleischentzündung, allerdings kann auch eine Parodontitis vorliegen, bei der es zum Abbau des Zahnhalteapparats kommt. „Die Unterscheidung kann nur die Zahnärztin oder der Zahnarzt treffen.“

Zahnfleischbluten ist daher immer ein Warnsignal und sollte vom Zahnarzt untersucht werden. „Zahnbelag, der nicht regelmäßig weggeputzt wird, führt zunächst zu einer Entzündung des angrenzenden Zahnfleischs“, erklärt Prof. Benz. Die Ursache dafür sind Bakterien, die mit Nahrungsresten den Zahnbelag auf der Oberfläche der Zähne, am Zahnfleischrand sowie in den Zahnzwischenräumen bilden und in das Gewebe eindringen können.

Gute Mundhygiene beugt Parodontitis vor

„Wenn die Probleme länger bestehen, greift die Entzündung schließlich auch auf den angrenzenden Knochen des Zahnfachs über. Dies bezeichnet man dann als Parodontitis.“ Laut aktueller Deutscher Mundgesundheitsstudie ist jeder zweite Erwachsene von dieser chronischen Erkrankung betroffen, die zu Zahnlockerung und Zahnverlust führt.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass im Rahmen einer Parodontitis auch Bakterien in den Körper gelangen und dort weitere Entzündungen und Krankheiten auslösen können. Heute weiß man beispielsweise, dass viele Allgemeinerkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielleicht sogar Demenz, mit einer unbehandelten Parodontitis zusammenhängen können.

Eine Parodontitis entwickelt sich langsam aus einer Zahnfleischentzündung, die zu Beginn keine Schmerzen verursacht. Daher bleibt die Erkrankung zunächst häufig unerkannt.

Regelmäßig zum Zahnarzt gehen

Eine effektive Prophylaxe ist allerdings relativ einfach möglich. „Die wichtigste Empfehlung wäre, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen“, betont Prof. Benz. „Dort wird man über die eigenen Mundpflege-Defizite ebenso informiert wie über die individuell am besten geeigneten Hilfsmittel und ihre richtige Anwendung. Gleichzeitig werden die Zähne professionell gereinigt.“

Zu Hause sorgt gute Mundhygiene für gesunde Zähne. Dazu zählt das regelmäßige Zähneputzen zweimal am Tag. Eine gute Zahnbürste, fluoridhaltige Zahnpasta und einmal täglich Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste halten das Gebiss sauber.

Gute Mundhygiene

Foto: Colourbox